Datenschutz und Privatsphäre im Internet

Fast alle deutschsprachigen Internet-Nutzer haben schon einmal persönliche Daten im Netz preisgegeben – doch die wenigsten haben ein gutes Gefühl dabei. So das Ergebnis der aktuellen WWW-Benutzer-Analyse W3B (Erhebung April/Mai 2008), in deren Rahmen 101.926 deutschsprachige Internet-Nutzer befragt wurden.

Insgesamt 97% der Internet-Nutzer haben schon mindestens einmal einen »digitalen Fingerabdruck« im Netz hinterlassen. Diese Auskunftsfreudigkeit kommt nicht von ungefähr, vielmehr ist sie bei vielen populären Internet-Anwendungen unumgänglich. So werden die meisten Nutzerdaten beim E-Mail-Diensten wie z. B. bei Yahoo!Mail oder Google Mail (74% der Nutzer) und beim Online-Shopping (66%) hinterlassen. Auch bei Social Networks wie Facebook oder StudiVZ (28%) kommt man nicht daran vorbei, seinen Namen sowie weitere persönliche Daten preiszugeben.

Über ein Drittel will keine Angaben zum Kauf- und Surfverhalten machen

Längst nicht jedem Nutzer ist wohl bei der Sache, wenn er persönliche Daten im Netz angibt. Vielmehr haben sehr viele Bedenken dabei und überlegen sehr wohl, was sie verraten möchten und was lieber nicht. Von der W3B-Studie danach befragt, welche Daten man im Internet nicht angeben möchte, wird vor allem das Einkommen, die Privatadresse sowie das eigene Foto genannt. Auch Informationen zum eigenen Kauf- und Surfverhalten wollen viele Nutzer nicht preisgeben. Das Argument der Internet-Anbieter, dass solche Daten nur im Sinne des Nutzers gesammelt würden, ist aus Datenschutzgründen somit kritisch zu bewerten. Immerhin stimmt ein Großteil der Nutzer einer solchen Nutzung nicht uneingeschränkt zu.

Mehrheit der Nutzer hält die Angabe persönlicher Daten im Netz für unsicher

Längst nicht alle Internet-Nutzer glauben den Datensammlern im Internet und sind davon überzeugt, dass ihre Daten vertraulich und nur in ihrem Interesse verwendet werden. Insgesamt haben fast 70% der Nutzer Sicherheitsbedenken bei der Weitergabe von persönlichen Daten: Sie fürchten einen Missbrauch der Daten zu Werbezwecken. 57% gehen davon aus, dass Daten gezielt ausspioniert werden könnten, weitere 14% sind aus anderen Gründen misstrauisch. Interessanterweise finden sich diesbezüglich unter den männlichen Internet-Nutzern sogar mehr kritische Personen als unter den Frauen. In der Minderheit sind dagegen die Nutzer, die keine Bedenken hinsichtlich des Online-Datenschutzes haben: Nur wenige Nutzer halten die Datenschutzbestimmungen für streng (8%) bzw. die heutige Internet-Technik für gut genug (5%), um sich bei der Weitergabe persönlicher Daten sicher zu fühlen.

Damit Internet-Anbieter zukünftig weiter gut und noch besser mit personenbezogenen Daten im Internet arbeiten können, sollte gezielt Aufklärungsarbeit geleistet werden, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Langatmige, versteckte oder für Nutzer schwer verständliche AGBs reichen hierfür allerdings bei weitem nicht aus.
Die Aufklärungsarbeit kann sich auszahlen: Denn in der Tat können persönliche Daten der Nutzer auch dazu verwandt werden, um auf Nutzerbedürfnisse abgestimmte Angebote und Services anzubieten, so z. B. zielgruppen- bzw. personengenaue Online-Werbung. Auch das ist ein Ergebnis der aktuellen W3B-Studie: Immerhin 30% der Internet-Nutzer geben an, dass sie Online-Werbung akzeptieren, wenn sie der Finanzierung von Web Sites dient.

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Datenschutz, Missbrauch, Nutzerdaten, Privatsphäre

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