Manipulationsgefahr durch Social Bots?

Immer öfter mischen sich Social Bots – zumeist unbemerkt – in unseren Online-Alltag ein. Sie liken und retweeten, texten und kommentieren in sozialen Medien, bringen Falschmeldungen in den Umlauf. Und meist tun sie dies, ohne von ihren Lesern als künstlich enttarnt zu werden. Im Rahmen der W3B-Studie wurden im Auftrag der Entwicklerkonferenz Developer Week DWX rund 1.200 deutschen Internet-Nutzer zu Social Bots und deren unbemerktem Treiben befragt.

Nur jeder fünfte Internet-Nutzer glaubt, Social Bots erkennen zu können

Einfach zu erkennen sind die Meinungsroboter offenbar nicht: Weniger als ein Fünftel der befragten Internet-Nutzer gehen davon aus, meist schnell zu erkennen, ob ein Beitrag in sozialen Medien von einer echten Person stammt oder einem Social Bot. Die übrigen sehen sich nicht in der Lage, die künstlichen Meinungsmacher zu entlarven bzw. können die Situation nicht einschätzen. Entsprechend kritisch stehen deutsche Nutzer Social Bots gegenüber.

Nur 18 Prozent der Internet-Nutzer meinen, dass sie Social-Bot-Beiträge erkennen können

Manipluationsgefahr durch Social Bots?

60 Prozent der Befragten glauben, dass Social Bots in Zukunft immer öfter Menschen und Entscheidungen manipulieren werden. Fast ebenso viele gehen davon aus, dass bereits heute viele Meldungen bzw. Accounts in sozialen Medien Fakes sind. Eine Sorge, die nicht ganz unberechtigt ist: Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie von Forschern der Indiana University und der University of Southern California stecken hinter 9 bis 15 Prozent der weltweit rund 319 Millionen aktiven Twitter-Nutzern Social Bots.

Mehrheit sieht Manipulationsgefahr durch Social Bots

Programmierer in der Mitverantwortung

Rund 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Programmierer von Social Bot Sorge für das Tun der von ihnen entwickelten kommunikativen Programme tragen müssten und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung noch mehr bewusst sein sollten. Insbesondere Beamte und Akademiker teilen diese Auffassung. Auch unter IT- bzw. Computerinteressierten nehmen überdurchschnittlich viele die gesellschaftliche Verantwortung der Programmierer wahr. Inwieweit auf diese zugegriffen werden kann, bleibt indes fraglich, zumal die Urheber von Social Bots und ihre Auftraggeber bis auf wenige Ausnahmen nicht zurückverfolgt werden können.

Eine strafrechtliche Relevanz gibt es für das Internet-Phänomen bisher (noch) nicht – dafür ist es zu neu. Somit bleibt es bis auf weiteres Aufgabe der Internet-Nutzer selbst, zwischen echten und gefakten Nachrichten zu unterscheiden.

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